Bibliothek Nemeton * Visionäre Literatur





Der im ungekannten Land nach vier Richtungen Ausschreitende

Mythische Antikriegserzählung von Alexander A. Gronau



Hintergrundinformation zur Erzählung:
Wenige Wochen nachdem ich die Erzählung "Der im ungekannten Land nach vier Richtungen Ausschreitende" geschrieben hatte, las ich einen Bericht über einen u.s.amerikanischen Soldaten indianischer Abstammung, der nach Greueltaten an der Zivilbevölkerung traumatisiert zu seiner in einer Reservation lebenden Familie zurückkehrte, wo seine zerrüttete Seele nur durch alte Rituale seines Volkes wiederhergestellt werden konnte. Der Bericht zeigt den Realitätsbezug meiner Erzählung, den ansonsten vielleicht mancher bezweifelt hätte. In ihr geht es um einen amerikanischen Soldaten indianischer Herkunft vom Stamm der Navaho (mit 350.000 Menschen der zweitgrößte Stamm in den USA). Er desertiert im Kriegsgeschehen Afghanistans und flüchtet sich in die Wüste, wo sein Geist im Zustand größter Erschöpfung in alle vier Himmelsrichtungen zugleich ausschreitet, die in den Mythen seines Volkes auf heilige Weise die Welt erschaffen. Aus jeder Richtung, die ihn zeitgleich jeweils an einen vollständig anderen Ort mit eigenen Geschehnisse bringt, - einmal durchschreitet er auf dem Grund das Meer, ein andermal gelangt er in eine Schlucht vollkommener Stille, und in der dritten Richtung gerät er in ein Gefangenenlager - nimmt er während seiner Wanderung etwas Bedeutsames mit sich, um im durchdringenden Erkennen der Welt wieder ganz zu werden.

Daraus ergibt sich in der Geschichte ein faszinerendes Erzählmuster, das in seiner Gestalt den Sandbildern der Navaho ähnelt, die den inneren Aufbau der Welt mit all ihren Geisterkräften aufzeigen. Nur aus dem Wissen um die Harmonie der Welt, können selbst die klaffenden Wunden des Krieges geheilt werden. Das Überleben der Navaho als Volk beweißt dies eindrücklich, auch wenn es weiterhin bedroht bleibt, da das weiße Amerika nach dem Uran auf ihrem Land verlangt. Das Mustergeflecht der Erzählung liegt dem Band als farbige Karte auf edlem Pergamentpapier bei. -Alexander A. Gronau


Leserstimme:

Auch dieses Buch von Ihnen ist außergewöhnlich und intensiv. Stark berührt haben mich in der Geschichte viele Szenen, wie zum Beispiel der indianische Soldat, der sich auf der Flucht durch die Wüste allem entledigt, alle Kleidung auszieht, und sich damit vom Krieg entbindet. Und zuvor, wie seine verschüttete Identität durch die Szene einer Massenhinrichtung, und durch die Erkenntnis, sich mit dem Militäreid zu schlimmsten Verbrechen hergegeben zu haben, aus ihm herausbricht, und er in die Wüste flüchtet, in eine scheinbare Leere hinein, in der er das Seelische der Landschaft und seinen eigenen Geist erfährt. Es ist beeindruckend, wie er zu all dem die Kraft hat. Es ist spürbar, daß diese Kraft mit dem Wissen seines Volkes zu tun hat, das ihm nicht wirklich verloren war.

Daß er in der Schlucht Felszeichnungen findet, die ihn an die seines eigenen Stammes erinnern, ist ein ausdrucksstarkes Bild dafür, daß die ursprünglichen Kulturen weltweit stark verwandt sind in ihrem Denken. Die Begegnung mit der aus ihrer patriarchischen Kultur verstoßenen, einheimischen Frau, die sich der Schlucht nähert, war ebenso faszinierend: Wie beide das innere Wesen des Anderen erkennen, obwohl sie sich nicht unterhalten können, indem gezeigt wird, daß das gesprochene Wort nicht immer zum Verstehen notwendig ist, da beide den Anderen durch das Schweigen hindurch wahrnehmen können. Eindringlich ist auch, wie er in einer anderen Himmelsrichtung das Gefangenenlager durch den Blick eines vorüberfliegenden Vogels verlassen kann. Oder wie er später in die Himmelsregion reist.

Die Erzählung gibt ungewöhnlich tiefe Einblicke in ein schamanstisches Weltbild. Der Geschichte entnehme ich, daß der Mensch über seine eigenen Grenzen hinausgehen kann, wenn er sich selbst als ein mit der Welt Verwandter erkennt. Ich habe der Geschichte lange nachgespürt.


Leserstimme:
Ich bin schwer beeindruckt davon wie deine Geschichten auf mich wirken! Jede auf ihre Art. Im Gedankenaufzeichner habe ich mich wiedererkannt. Und ich frage mich, ob das jetzt eher schön oder traurig ist. Der Gestaltenwandler im Ungekannten Land läßt mich gleichzeitig erschauern und doch fühle ich auch soetwas wie Trost. Es ist schon seltsam, welche Saiten deine Worte in einem so zum Schwingen bringen... Das sind keine Geschichten sondern Kompositionen!


Senden Sie mir Ihre Leserstimme: leserpost@bibliotheknemeton.de


Der im ungekannten Land
nach vier Richtungen Ausschreitende

von Alexander A. Gronau

Antikriegserzählung um einen amerikanischen Soldaten indianischer Herkunft, mit farbigem Text und farbiger Abbildung des inneren Musters der Geschichte auf Pergamentpapier, ca. 60 Seiten.

Buch im Großformat, mit rotgoldenem Kopfschnitt manufakturgefertigt und vom Autor signiert; 14,95 Eur. Alle Rechte vorbehalten.


Zur Buchbestellung