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Der Gedankenaufzeichner
in der Stadt ergrauter Schattierung
Visionärer Tagebuchroman von Alexander A. Gronau
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Hintergrundinformation zum Roman: |
| Der Roman entstand in seinen Grundzügen bereits im Jahr 1998 als die Liebesgeschichte eines Dichters in einer zukünftigen Stadt gigantischen Ausmaßes. Eine Art künstlicher Himmel schirmt diesen Moloch gegen die losgetretenen Elemente der jahrhundertelang ausbeuterisch zerstörten Natur insgeheim ab; kein Städter weiß von ihm. Das Ozon in der Atmosphäre ist endgültig lebensbedrohlich geschwunden. Und das Sonnenlicht hat in der Stadt unserer nahen Zukunft beträchtlich von ihrer Kraft eingebüßt, alle Wesensfarben der Welt verblassen, die Menschen der Stadt aber sind bereits ergraut. Ihre Farbenblindheit ist in Gestalt der Wahrnehmungsreform im Duktus eines aufklärerischen Aktes politisch verordnet worden. In diesem Manifest heißt es, Farben seien seit jeher nur eine Illusion des menschlichen Bewußtseins gewesen, der Mensch, der heute in Grauschattierungen wahrnähme, hätte eine höhere Evolutionsstufe erreicht. Der Dichter meines Romans aber, der sich selbst in seinen Tagebucheinträgen Gedankenaufzeichner nennt, folgt tagträumend und schreibend seinem Inneren Wachen. Er entdeckt eines Morgens die vergessene Farbe seiner Augen in seinem Spiegelbild wieder und ist berauscht.
Erst Jahre später erfuhr ich, daß mein Romanmotiv der Farblosigkeit der menschlichen Wahrnehmung, das einen inneren Zustand unserer Gegenwart versinnbildlichen will, bereits eine ganz reale Bedrohung ist. Aufgrund des Verbrennens fossiler Energien und dem dadurch entstehenden Treibhauseffekt wird das Sonnenlicht auf der Erde tatsächlich immer schwächer, was künftig ein merkliches Verblassen der Farben bewirken könnte, ganz so wie in meinem fiktiven Roman. Dies zu erfahren, hat mir im ersten Moment den Atem geraubt. Es verdeutlichte mir eine meiner intuitiven Überzeugungen hautnah, nämlich daß in unserem Unterbewußten ein Wissen und Ahnen lebt, das durch ein Inneres Wachen schreibend freigelegt werden kann, wenn man als Schriftsteller den Mut hat, sich auf die eigene Bilderwelt ohne Zensur einzulassen und sich von dieser, scheinbar ausgeliefert, mit unendlichem Vertrauen leiten zu lassen; man folgt sich damit - durch sein eigentliches inneres Wesen - gleichsam selbst. Der Weg findet sich im inneren Loslassen jedwelcher Beschränkung. So folge ich schreibend den sich in mir wachsend auftuenden Ebene meiner Geschichten. So schreibt der Gedankenaufzeichner in meinem Roman: "Irgendetwas in mir ist weiser, als es mir bewußt erfahrbar ist."
In Europa schreitet die Verstädterung voran. Das brachte mich zu der Idee im "Gedankenaufzeichner" Europa als einen einzigen, den gesamten Kontinent bedeckenden Stadtstaat zu schildern, der seine Grenzen gegen die Dritte Welt hoch ummauert hat und in dem der Naturverlust absolut geworden ist; ein Außen ist nicht mehr erreichbar. Zudem habe ich die Geschichte zwei Jahrzehnte in die Zukunft versetzt, um negative Entwicklungen unserer Zeit weiterspinnen zu können. Welche freigeistigen Wege der Dichter in der ergrauten Realität der Stadt für sich mühevoll auffinden kann, läßt den Leser, glaube ich, erspüren inwieweit Poesie - und überhaupt alles, was wir als menschlich bezeichnen - in einer rein künstlich gewordenen Umwelt überhaupt noch möglich ist. Der Gedankenaufzeichner erkennt die Poesie als seine innere, zu oft verdrängte, verschüttgegangene, eingebüßte Natur.
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Ich wählte mit Absicht einen Dichter zum Helden meines Zukunftsromans, in dem ansonsten kaum ein Mensch noch die allenthalben vorherrschende Unfreiheit und Fremdbestimmung gewahrt. Die Existenz der Freiheit wird zwar allenthalben behauptet, doch in der Wirklichkeit der Gesellschaft ist sie nicht mehr vorhanden. Immer mehr Bürgerrechte fallen. Zur angeblichen Sicherheit ihrer Bewohner werden immer mehr umzäunte Armenviertel errichtet, in denen schlimmste Zustände herrschen. Der Gedankenaufzeichner, der selbst davon bedroht ist, in ein solches Viertel der ausgesetzten Unterklasse ziehen zu müssen, soll für den Leser die blicktrübenden Schalen einer solchen grauenhaften Zukunfts-Realität aufbrechen. Dazu ist ein innerer, poetischer Prozeß vonnöten; er erst ermöglicht einen Aufbruch und die Wiedereinfärbung der Welt. Der Held meines Romans muß also ein Dichter sein! Indem der Gedankenaufzeichner seine Dachgeschoßwohnung mit eigenen Gedichtzetteln und ebensovielen Spiegelsplittern behängt, mehrt er das Licht um sich her wie in in seinem seelischen Innenraum. Er beleuchtet sein Inneres Wachen. |
Erst nach der eigenen Verdichtung ereignen sich für den Gedankenaufzeichner Begegnungen mit anderen Farbäugigen; sie erkennen sich trotz Scheu, Angst und Sehnsucht auf der Straße eben durch ihre farbigen Augen, obgleich für sie innerhalb der Stadt unterschwellig der Druck besteht, die eigene Begabung als eine subtil mißachtete Schande geheimzuhalten. So lernt er die ältere Musikerin Isolde kennen, die gemeinsam mit ihrem verstorbenen Mann lange in den ergrauten Zuständen der Stadt durch ein geheimgehaltenes, farbiges Leben geschritten war. Und er trifft auf einen im Armenviertel hausenden, seelisch wunden Mann, der eine Schar farbensehender Kinder um sich geschart hat und diese verzweifelt vor den Behörden verbirgt; er selbst war als ein farbensehendes Kind durch seine auffallend "krankhaft" bunt gemalten Bilder in ein Heim eingewiesen worden, wo er als ein Halbschwachsinniger mißhandelt wurde. Die Möglichkeit einer neuen Liebe ist für den Gedankenaufzeichner in Gestalt von Isoldes Tochter greifbar. Eine Utopie scheint zwischen all diesen Menschen flammend auf: Könnten sie durch ihren gemeinsamen Farbensinn einen Weg erkennen, der sie aus der ergrauten Stadt herausführt? Sie beginnen nach verstohlenen Spuren eines solchen Ausweges zu suchen, die den ergrauten Schein der Stadtrealität verräterisch durchdringen könnten. Wie sicher sind sie aber in diesem Stadtstaat, in dem seit Jahren immer mehr farbäugige Menschen von den Straßen verschwinden?
Schließlich verschwinden selbst die engsten Freunde des Gedankenaufzeichners spurlos, auch seine neue Liebe Xandria ist mit einem Mal nicht mehr aufzufinden. Dies nährt seine Verzweiflung, und seine Furcht vor der gigantischen Stadt mit ihren verglasten Hochhausbauten und den zichtausenden unsichtbar die Straßen observierenden Kameraaugen; es wirft ihn allein auf sich selbst zurück. Dies schärft allerdings nochmals seinen Blick ins eigene Innere; er erkundet gezielt seine wesenhaften Schichten der Empfindungen, Träume, Gedanken, Ängste und Sehnsüchte. Und plötzlich schlägt sich in ihm eine kühne Idee Bahn, von der er bald vollkommen besessen ist: Könnte es ihm gelingen durch feurige Träume, Gedichte und Gesänge ein wärmendes, rotglühendes Feuer im Außen, inmitten der ergrauten Stadt zu erzeugen? Wenn ihm seine eigene Entgrenzung gelänge, so müßte sein Inneres frei im Außen aufscheinen. Was würde in der Stadt geschehen, wenn er dies tatsächlich vermöchte? Alexander A. Gronau
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Pressestimmen: |
Nürnberger Zeitung: In dem Tagebuchroman »Der Gedankenaufzeichner in der Stadt ergrauter Schattierung« ... sucht ein Dichter in naher Zukunft über die Imagination einen Ausweg aus einer auf Kontinentgröße angewachsenen Riesenstadt. »Natur- und Außenweltverlust ist auch Innenweltverlust« sagt Gronau. Wirklichkeit ist für ihn nicht einfach das, was wir sehen, sondern etwas viel Komplexeres, das es nur im Plural gibt: »Geschichten schreiben heißt für mich, innere Schichten des Menschen und der Welt freizulegen«, sagt er... -Dass der Autor Bilder und Geschehnisse imaginiert, in denen sich heutige Außen- und Innenwelten in einer dritten „eigentlichen“ Wirklichkeit zu spiegeln scheinen, macht seine Stärke aus und rechtfertigt durchaus den erfundenen Gattungsbegriff „Visionäre Literatur“... Poetischen Denkstoff für unsere Zeit liefert Gronau unbedingt."
Lust auf Bücher: "Gronaus Bücher sind inspiriert von der Epoche der Romantik, dem Surrealismus, von Mythologie und Metaphysik. Sein Roman "Der Gedankenaufzeichner in der Stadt ergrauter Schattierung" handelt von einem Dichter im Jahr 2029, der in einer anonymen Megastadt seine Innenwelt entdeckt...Als Autor nimmt Gronau für sich in Anspruch, den kreativen Umgang mit der Sprache zu befördern. Normen gelten ihm wenig, er verlässt sich lieber auf den Rhythmus der Wörter und auf Neuschöpfungen wie den schneestobenzerteilenden Wind". Formenvielfalt ist für ihn gleichbedeutend mit Bedeutungs- und Ausdrucksvielfalt. Mit seinen Büchern will er insbesondere den unsichtbaren Dingen, den Träumen und dem Geist wieder zu seinem angestammten Platz verhelfen."
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Leserstimme: |
Ich habe Ihren Roman "Der Gedankenaufzeichner in der Stadt ergrauter Schattierung" gelesen. Als erstes fand ich faszinierend, daß sich beim Lesen ein physischer und psychischer Farbhunger einstellt. Man freut sich nach dem Lesen über jeden Farbklecks, den man in seinem realen Umfeld sieht. Man kommt schon fast über jede Farbe ins Meditieren. Auch macht einem die Geschichte die Wichtigkeit der eigenen Träume wieder bewußt. Man erkennt, daß sie ein ganz wichtiger Teil von uns sind. Die Geschichte ruft die eigenen inneren Bilder in einem richtiggehend wach. Man gewinnt wieder einen Sinn dafür. Das war eine sehr bereichernde Erfahrung für mich.
Der Gedankenaufzeichner läßt einen auch die Zusammenhänge deutlich erkennen, woran unsere Gesellschaft krankt, was in ihr fehlt und wo die Ansätze liegen, die Welt nicht so "grauenvoll" werden zu lassen, wie sie in der Geschichte vom Gedankenaufzeichner schon geworden ist. Und woran man an sich selbst noch arbeiten muß, damit es nicht soweit kommt. Ich finde, daß den "Gedankenaufzeichner" in unserer heutigen Zeit jeder lesen sollte. Mich hat er sehr bereichert!
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Leserstimme: |
Ihr Buch "Der Gedankenaufzeichner" ist sehr notwendig. Es geht um die Kraft der Poesie und das sie in unserer Gesellschaft nicht nur unterschätzt wird, sondern sie zur Poesie gar nicht mehr fähig ist, und was das für eine ergraute Welt schafft. Poesie ist keine Nebensache, die der netten Erbauung dient, sondern ist Leben, Liebe, Farbe, Sinn. Die Poesie, und nur sie, kann in dieser visionären Geschichte das Grau unserer Zivilisation aufbrechen.
Mich hat das Buch sehr begeistert, da es keine einfachen Antworten gibt, sehr viel Spannung aufbaut, da man als Leser mit dem Dichter hofft, einen Weg aus der ergrauten Stadt zu finden, und ich freute mich schon immer auf die nächste besonders lyrische Formulierung. Ein Satz hat in dem Roman "Der Gedankenaufzeichner in der Stadt ergrauter Schattierung" oft mehr Poesie als bei anderen ein ganzes Buch. Daher gelingt Ihnen Ihr Anliegen. Sie nähern sich mit Ihrer Poesie dem Unsichtbaren. Es ist sehr wertvoll, daß ein Schriftsteller sich unabhängig von jeder Marktzensur macht und kaum mehr Gewagtes schreibt und lebt: nämlich Poesie.
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Leserstimme: |
Ihr Gedankenaufzeichner ist ein Buch mit vielen Facetten, daß man gerne öfter in die Hand nimmt. Ich entdecke immer wieder neue interessante Stellen, die mich zum Nachdenken anregen. Zunächst meinte ich, der Gedankenaufzeichner lebe in einer "grauen"haften Zukunft und mußte doch etwas erschrocken feststellen, soweit weg ist sie gar nicht... Ihre Stimmungsbilder, die, so genau beobachtet, eine Atmosphäre beschreiben, lassen einen darüber nachsinnen, welche Kraft innere Bilder erzeugen können.
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Der Gedankenaufzeichner in der Stadt ergrauter Schattierung
von Alexander A. Gronau
Visionärer Tagebuchroman um einen Dichter im Jahr 2029, mit einem Gedichtposter aus Pergamentpapier, 222 Seiten.
Buch im Großformat, mit rotgoldenem Kopfschnitt manufakturgefertigt und vom Autor signiert; 24,95 Eur. Alle Rechte vorbehalten.
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